Was macht der Baum da auf dem Acker?

Bewässerung für das Agroforst Reallabor in Kleve

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©Hochschule-Rhein-Waal

Auf dem Feld gehen wir jetzt neue, alte Wege…

Manchmal erinnern Maßnahmen die derzeit als neu und innovativ daherkommen an längst vergangene Zeiten.

Also die Zeiten, wo Ackerflächen noch von Grüngürteln aus Bäumen und dichtem Buschwerk umringt und/oder geteilt waren.

Es war die Zeit, wo noch so mancher fliegende Jäger auf dem Ast Ausschau nach Mäusen und sonstigem Getier hielt, und wo das Dickicht anderen Nützlingen Schutz bot. Ganz zu schweigen von dem Sturm, der sich aufmachte die Halme auf dem Feld zu knicken und daran von eben dieser Bepflanzung gehindert wurde. Die Kombination aus Feld und Grün sorgte zugleich für ein stabiles Mikroklima, Befeuchtung und Kühlung.

Dieses fast vergessene Prinzip erhält durch Agroforst Projekte ein Revival.

Wie kann aqua.naturale Beregnung mit seinen Produkten diese Entwicklung unterstützen?

Gemeinsam mit Agrobusiness Niederrhein e.V., dem Versuchs- und Bildungszentrum der Landwirtschaftskammer (Haus Riswick), dem Team des Agroforst Reallabors des Projekts TransRegINT (Transformation der Region Niederrhein: Innovation, Nachhaltigkeit, Teilhabe) der Hochschule Rhein-Waal und der Stadt Kleve hat die aqua. naturale Beregnung aus Neuss ein einfaches und funktionierendes Bewässerungssystem konzipiert. Damit sollen die Pflanzen, insbesondere jetzt zu Beginn, aber auch dauerhaft unterstützt werden.

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©Hochschule-Rhein-Waal

Agrar-Forschung auf der Landesgartenschau - Agroforst als Tor zur Stadt

Die Klever Galleien sind der wohl bekannteste Teil der städtischen Grünanlagen und prägen den Blick auf die Kommune. Als Ort der Landesgartenschau 2029 möchte die Stadt Kleve auch die Landwirtschaft einbeziehen.

Eine Demonstrationsfläche soll eine real bewirtschaftete Ackerkultur in Kombination mit Gehölzen, kurz: Agroforst, zeigen. Um Naturschutz zu fördern und trotzdem einen mindestens gleichbleibenden Nutzen zu erzielen, hat das Agroforst Reallabor der Hochschule Rhein-Waal, die Stadt Kleve und das Versuchs- und Bildungszentrum Haus Riswick die Konzeptionierung und Auswertung übernommen. Insgesamt wurden 7 Gehölzstreifen gepflanzt, die sich jeweils in ihrer Zusammenstellung unterscheiden.

Dabei gehen die Forschende von folgenden Vorteilen durch Agroforstsysteme als Ausgangsthesen aus:

  • Neue Einkommensquellen und höhere Ertragsstabilisierung: Erträge aus Holz, Früchten, Nüssen, Biomasse und Hauptkulturen sowie Reduzierung des Risikos von Ernteausfällen durch Wetterextreme oder Schädlingsbefall
  • Weniger Bodenerosion durch die Verringerung der Windgeschwindigkeit und des oberflächigen Wasserabflusses
  • Mehr Klimaschutz durch die Speicherung von Kohlenstoff in den Gehölzen sowie im Boden
  • Verbesserung des Mikroklimas, z. B. in Form reduzierter Verdunstung aus dem Oberboden oder Schatten für Tiere, vor allem während Hitzeperioden
  • Mehr Arten- und Biotopvielfalt auf Landschaftsebene durch Schaffung neuer Lebensräume für Tiere und Pflanzen sowie der Vernetzung von einzelnen Biotopen
  • Förderung des Bodenlebens, z. B. durch Bodenruhe und Humusaufbau in den Baumstreifen

Unsere Hersteller

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Die Voraussetzungen

Durch eine Vernetzung über Agrobusiness Niederrhein e.V. hat aqua.naturale Beregnung den Auftrag von der Planung bis zur Fertigstellung erhalten. Dabei soll aus dem eigens gebohrten Brunnen Wasser entnommen werden. Die Steuerung muss zuverlässig und einfach in der Bedienung sein. Alle Bereiche müssen die gleiche Menge Wasser erhalten. Die landwirtschaftliche Nutzung darf nicht beeinträchtigt werden.

Die Lösung

Durch gewissenhafte Planung gelingt es mit nur einem Magnetventil die gesamte Anlage zu betreiben. Dabei gibt es zusätzlich eine manuelle Absperrung pro Sektion.

Die weitere Optimierung wird durch einen Sensor zur Messung von Sonneneinstrahlung, Temperatur und Niederschlag erreicht, der die Dauer der Bewässerungsgänge automatisch anpasst. Ein einfach zu bedienendes Steuergerät rundet die Sache ab.

Die Lösung

An der Pflanze

Mit Einzeltropfern wird kontrolliert die exakt gleiche Menge Wasser auf der gesamten Fläche verteilt. Durch den um die Baumstämme befindlichen Verbiss-Schutz wird eine Mikroleitung in den Wurzelraum der Pflanze geführt. Die Einzeltropfer werden von einer passenden Zuleitung versorgt. Diese ist an einem Stahlseil aufgehängt, um die Pflege im Bodenbereich zu vereinfachen. Ein Prinzip, was im Weinbau oder auch im Obstbau häufig eingesetzt wird.

Unter der Erde

In ca. 80cm Tiefe ist eine stabile Grundleitung verlegt, welche die gesamte Anlage bzw. alle einzelnen Stränge mit Wasser versorgt. Die Tiefe ist so gewählt, um verschiedene Bodenarbeiten, wie zum Beispiel mit einem Grubber oder Pflug, weiterhin problemlos zu ermöglichen.

In einem zentralen Technikschacht ist neben der Pumpe ein großer Filter mit langer Standzeit eingebaut, um das Wasser von Fremdstoffen frei zu halten.

 Die gesamte Konzeption der Bewässerung ist auf eine zuverlässige Funktion ausgelegt und wäre auch für eventuelle Erweiterungen leicht anpassbar. Zudem muss die gesamte Technik leicht nachvollziehbar sein, da verschiedene Anwender diese betreiben werden.

Unter der Erde

Forschung für die zukunft

Da es sich auch um eine Forschungsfläche handelt werden verschiedene Parameter (wie Bodenfeuchtigkeit- und Temperatur, elektrische Leitfähigkeit etc.) zusätzlich über ein weiteres System überwacht und die Ergebnisse vom Agroforst Reallabor der Hochschule Rhein-Waal ausgewertet.

Das ist aber groß…oder…Endlich mal Platz zum Arbeiten!

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Zuleitung für die Tropfbewässerung verlegen

Im Vorfeld haben wir den maximalen Wasserbedarf der Anlage ermittelt und mussten auch die Verluste aufgrund der mehrere hundert Meter langen Leitung bedenken. Mit nur einer einzigen Leitung können jetzt alle Gehölzstreifen mit Wasser versorgt werden – bis in den letzten Winkel.

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Landwirtschaft und Umweltschutz Hand in Hand

Auf der gesamten landwirtschaftlichen Fläche wird Mais angebaut. Damit die Arbeit auf dem Feld nicht beeinträchtigt wird, sind alle Leitungen außerhalb des Arbeitsraums geplant und verlegt.

Die Tropfbewässerung ist auf gesamter Länge an Edelstahlseile befestigt, die eine zügige und bequeme Pflege der Gehölzstreifen ermöglichen.

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©Hochschule-Rhein-Waal

Tropfbewässerung = Sparsam und Punktgenau

Die verwendeten Einzeltropfer lassen eine zielgenaue Versorgung der Pflanzen möglich werden. Sowohl die Abstände, als auch die Ausbringungsmenge lässt sich so individuell anpassen.

In der Folge kann so mit minimalem Aufwand für jede Pflanze die notwendige Menge ausgebracht, und gleichzeitig unerwünschter Aufwuchs anderer Pflanzen verhindert werden.

aqua.naturale Beregnung - Ihr Fachhändler

Sie interessieren sich für automatische Bewässerung oder haben Fragen zu diesem Projekt?

Melden Sie sich bei uns. Wir haben ein offenes Ohr und begleiten Sie von der Idee bis zur Umsetzung bei Bewässerungsanlagen jeder Größe.

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Der Autor

Jürgen Hackländer ist gelernter Garten- und Landschaftsbauer. Seit mehr als zwanzig Jahren ist er im Bereich der Beratung, Planung und Ausführung von Bewässerungstechnik aktiv. Neben einem fundierten Wissen verfügt er über ein weitreichendes Netzwerk zu anderen Spezialisten und kümmert sich auch um ständigen Austausch mit Herstellern und Verbänden.